Nachdem ich im ersten Teil zum Thema Neuroathletik einen kurzen Einblick darüber gegeben habe, wie unser Gehirn unsere Beweglichkeit beeinflusst, möchte ich heute aufzeigen, wie man mit dieser Trainingsform Depressionen, Ängste und Schmerzen behandeln kann.
Dabei aktiviert man über unterschiedliche Übungen den sogenannten Vagusnerv. Dieser stark verzweigte Nerv ist der einzige Nerv, der sowohl unseren Körper durchzieht als auch ein Hirnnerv ist. Er erreicht dabei unter anderem den Bauchraum, das Herz, die Lunge, Teile des Mundes, den Rachen, die Zunge.
Aus diesen Teilen des Körpers versorgt der Vagusnerv unser Gehirn mit Informationen über unseren inneren Zustand. Diese Informationen werden dann in einem Gehirnareal, welches sich die Inselrinde nennt, erfasst und ausgewertet.
Was hat das Ganze denn nun mit Depressionen, Ängsten und Schmerzen zu tun? Inselrinde und Vagus regulieren (neben vielen anderen Funktionen) in unserem vegetativen Nervensystem den Sympathikus (aktiviert uns) und den Parasympathikus (fährt uns runter). Je mehr Informationen die Inselrinde nun vom Vagus über unseren Körper bekommt, desto intensiver und funktionaler arbeitet sie. Damit wird auch das Zusammenspiel von Sympathikus/Parasympathikus und folglich die Verarbeitung von Stress besser. Da die Inselrinde ebenso für die Beurteilung von Schmerzen zuständig ist, lindert eine Steigerung ihrer Aktivität häufig auch chronische Schmerzen.
Was muss ich bei einem solchen Training tun? Nun, als erstes „Free your mind“. Manch ein Kunde hält mich vielleicht für einen Voodopriester, wenn ich ihm mit einem Brustgurt ein Heizkissen um den Bauch binde und ihn bitte nun die Zunge zu kreisen und nach dem Ausatmen die Luft anzuhalten.
Aber keine Sorge – außer dass ich dabei um meine Kunden im Kreis tanze und dabei „Hailigeili“ rufe 😉 – ist alles wissenschaftlich fundiert.
Wenn Du mehr über das Thema Neuroathletik und Depressionen erfahren möchtest, kontaktiere mich gerne und wir vereinbaren einen gemeinsamen Termin.
Lesetipp zu diesem Thema:  „Neuronale Heilung“ von Lars Lienhard und Ulla Schmid-Fetzer